Des Autors wichtigstes Werkzeug hat keine Tastatur: Es ist das Gehirn. Über Gehirnfitness für Autoren und worauf du achten solltest, erfährst du in diesem Artikel.
Ist es nicht erstaunlich, dass wir unseren Computer regelmäßig abstauben, die Software updaten und die Bleistifte spitzen – aber unser mit Abstand allerwichtigstes Werkzeug mit Ignoranz bestrafen? Zumindest denken die wenigsten daran, dass auch das Gehirn geschmiert und gereinigt werden muss, wenn auch nicht mit Maschinenöl und Putzlappen. Das soll hiermit anders werden.
„Schön und gut, aber was ist denn da zu tun?“, höre ich dich fragen. Ja, es ist schon blöd, dass für unseren Körper, respektive unser Gehirn, keine Gebrauchsanweisung existiert, geschweige denn ein Wartungsplan. Deshalb habe ich meine Co-Autorin Birgit Barilits um einen Gastbeitrag gebeten. Birgit ist Diätologin und Expertin in Sachen gesundem Lebensstil und unterstützt Menschen dabei, gesünder, fitter und damit lebensfroher und leistungsfähiger zu werden. Ich übergebe hiermit das Wort an Birgit.

Des Autors wichtigstes Werkzeug
Handwerker*innen pflegen ihre Werkzeuge, und besonders wichtige Werkzeuge hüten sie wie ihre Augäpfel. Wehe du verwendest da die „gute Zange“ oder legst den besten Schraubenzieher nicht gut ab. Musiker stimmen ihre Instrumente, Tischler putzen akribisch die geliebte Werkbank, Geräte werden geeicht und sorgfältig verpackt …
Autor*innen haben eigentlich nur ein wirklich entscheidendes Werkzeug. Ihr Gehirn. Da werden Ideen entwickelt, Gedanken strukturiert, Geschichten erzählt, an Satzstrukturen gefeilt und darüber nachgedacht, wie Leser am besten gefesselt werden. Wichtigstes Werkzeug eben.
Ein Organ, das zuverlässig arbeitet, wenn man es mit vier bis fünf Stunden Schlaf, sieben Espressi und einer Menge Doomscrolling zum Thema „Schreibblockade“ füttert…?
Natürlich nicht!
In diesem Artikel schauen wir kurz und knackig darauf, was das Gehirn eigentlich braucht, damit es des Autors zuverlässiges Werkzeug bleibt. Kurz und knackig, weil Daniela sich das gewünscht hat. Schau ma mal, ob ich das hinbekomme.
Kreativität ist nicht nur Kopfsache
Das liegt daran, das das Gehirn eben nicht isoliert ist, sondern Teil des Körpers. Es ist auch ein besonders energiehungriges Organ. Ca. 20 Prozent der Energie bei nur ca. 2 Prozent des Körpergewichtes. Man kann grob sagen: Damit es arbeiten kann, braucht es Energie, Sauerstoff, Bewegung, Erholung, Wasser und noch ein bisschen mehr. Im Grunde genommen alles, was mit dem Lebensstil zusammenhängt.
„Dein Lebensstil hat in seiner Gesamtheit Einfluss auf deine Gehirnleistungsfähigkeit.“
Bewegung
Vielleicht kennst du das ja, dass dir die besten Ideen oder Lösungen einfallen, wenn du spazieren gehst, oder etwas ganz anderes machst, als am Schreibtisch zu sitzen. Das lässt sich erklären: Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirnes, du atmest auch mehr, also mehr Sauerstoff a.k.a. Lüftung der Gehirnwindungen. Das fördert die Bildung des brain derived neurotropic factors (BDNF). Das unterstützt die Vernetzung der Nervenzellen und schützt sie.
Spazieren, wandern, leichtes Ausdauertraining und am besten viel Natur sind also super hilfreich. Charles Dickens soll ein ausgiebiger Spazieren gewesen sein, und Haruki Murakami ist ein leidenschaftlicher Läufer. Der berühmte „Spaziergang für den Kopf“ hat also durchaus eine physiologische Grundlage. Oder – wenn du nicht raus gehen magst – du findest Bewegung in den eigenen vier Wänden (eine Anregung findest du hier).
„Körperliche Aktivität fördert die kognitive Leistungsfähigkeit und kann Kreativität verbessern.“
Schlaf
Im Schlaf wird dein Werkzeug gewartet und gereinigt. Informationen werden verarbeitet, Erinnerungen gefestigt und ungünstige Stoffwechselendprodukte entfernt. Da kommt jetzt ein Wort, das ich liebe: glymphatisch. Meine Autokorrektur mag es nicht und macht immer lymphatisch draus, das stimmt in dem Fall aber nicht. Das glymphatische System spült im Tiefschlaf mit Zerebrospinalflüssigkeit die Zwischenräume zwischen den Gehirnzellen durch. Das ist übrigens auch Prophylaxe für Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson.
Zu wenig Schlaf beeinträchtigt deine Konzentrationsfähigkeit, Problemlösungsfähigkeit und generell kreative Denkprozesse. Da helfen auch sieben Espressi nix mehr. Auch Pausen machen Sinn. Viele Menschen denken, dass „Durchpowern“ effektiver und effizienter macht, das ist aber ein Trugschluss.
„Schlaf ist wichtig, vor allem ausreichend Tiefschlaf. Das solltest du um jeden Preis priorisieren. Pausen auch.“
Sauerstoff
Sinkt die Sauerstoffversorgung, reagiert das Gehirn ziemlich schnell. Indem es recht schnell nicht mehr so gut läuft. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, verlangsamtes Denken. Ich denke gerade an ein kleines Schreibzimmer, Fenster zu, Jalousien unten, das Bisschen Licht, das hereinkommt, bricht sich an wirbelnden Staubpartikeln, es mieft ein bisschen nach Schreibblockadenschweiß, kaltem Kaffee und ungewaschenen Socken.
Das ist wahrscheinlich ein Klischee, soll dich aber dazu anregen, mehrmals pro Tag zu lüften, um den CO2-Gehalt zu reduzieren. Atme richtig tief und bewege dich dabei auch ein bisschen.
„Tiefere Atmung, mehr Bewegung und dadurch bessere Durchblutung macht mentale Klarheit und Leistungsfähigkeit.“
Wasser
So wie deine Zimmerpflanze unglücklich dreinschaut, so macht es auch dein Gehirn unglücklich, wenn du außer sieben Espressi keine Flüssigkeit zuführst. Schon eine leichte Dehydrierung hat messbare Auswirkungen auf deine kognitive Leistungsfähigkeit. Nur 1-2 Prozent zu wenig Wasser macht schlechtere Aufmerksamkeit, ein schlechteres Arbeitsgedächtnis, verringert die Reaktionsgeschwindigkeit und verschlechtert die Stimmung. Das Gehirn ist abhängig vom Transport von Nährstoffen (Zucker, Sauerstoff, um nur einige wenige zu nennen) zu den Nervenzellen und vom Abtransport der Reste. Das braucht eben eine gute Hydrierung.
Über den Tag verteilt. 1,5 bis 2,5 Liter grob geschätzt. Du merkst es übrigens auch an trockenen Schleimhäuten (Augen, Mund, Nase), Kopfdruck oder Kopfschmerzen und schnellerer Ermüdung bei Denkaufgaben.
„Ausreichend und regelmässig zu trinken hält dein Werkzeug fit – idealerweise zuckerfrei und süßstofffrei und auch mal ohne Koffein. Stell dir notfalls Erinnerungen am Mobiltelefon ein. Eine verschließbare, hübsche Wasserflasche am Tisch kann helfen und schützt den Computer.“
Ernährung
Erinnerst du dich noch an den Begriff energiehungrig? Poah, das ist jetzt echt schwer, mich da kurz zu halten. Dein Gehirn braucht genug Kalorien. Bitte kein Teilzeitverhungern oder chronisch unterkalorisches Essen praktizieren. Es braucht die gleichen Nährstoffe wie dein gesamter Körper, denn es ist ein Teil deines Körpers! Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate und jede Menge Mikronährstoffe.
Besonders wichtig sind dabei Omega-3-Fettsäuren, besonders die Docosahexaensäure (DHA), die Gehirnfettsäure schlechthin. Außerdem sämtliche B-Vitamine und eben genug essentielle Aminosäuren, die kleinsten Bausteine der Proteine, zur Bildung wichtiger Neurotransmitter und Botenstoffe.
„Das Gehirn ist ein Teil deines Körpers und braucht Energie (kcal). Ansonsten die gleichen guten Nährstoffe wie der Rest deines Körpers. Iss also regelmäßig, mindestens dreimal am Tag. Wenn schon Snacks, dann Heidelbeeren und Nüsse.“
Lies gerne weiter in diesem ausführlicheren Blogartikel
Etabliere gesunde Gewohnheiten
Du als Autor*in arbeitest mit deinem Gehirn. Es ist dein wichtigstes Werkzeug und daher lohnt es sich, es zu pflegen und zu warten. Kreativität entsteht eben nicht nur am Schreibtisch. Sie entsteht im Zusammenspiel von Körper und Geist.
Bleib also nicht am Sessel und am Schreibtisch kleben, sondern beweg dich raus aus der metaphorischen Hängematte und arbeite an deinem Lebensstil. Mach es dir nicht zu bequem (Daniela hat hier einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben). Denn die perfekte Tastatur und Maus, all die schönen Notizbücher, der neue PC sind zwar schön und hilfreich und angenehm, aber wenn du deinen Lebensstil vernachlässigst, schadest du deinem wichtigsten Werkzeug.
Finde gesunde Gewohnheiten, mit denen du auch noch mit 100 einen Bestseller schreibst
Dich interessiert, was zu einem gesunden Lebensstil gehört und möchtest dir dieses Wissen unterhaltsam erlesen? Wir haben gemeinsam dieses Buch geschrieben, um dich auf humorvolle Art aufzuschlauen. Für gesunde Gewohnheiten, die dir heute schon die Energie geben, die du für ein erfülltes Leben brauchst.
Reinlesen, umsetzen, fit werden!
Über mich
Hallo, ich bin Birgit Barilits, Diätologin und Lebensstiloptimiererin. Du möchtest frischer, fescher und fitter werden? Dich wohler und selbstbewusster in deinem Körper fühlen? Mit 80 die Weltherrschaft übernehmen? Dann bist du bei mir richtig.
Mehr zu mir und meinem Angebot findest du auf meiner Homepage, und natürlich freue ich mich auch über Besuche auf meinem Blog.


Sachbücher, die bewegen – das ist mir ein großes Anliegen: Denn wofür sollen Bücher sonst da sein, als die Leser zum Denken, Fühlen oder Handeln zu bewegen?
Ich bin Autorencoach und habe selbst schon viele Bücher geschrieben – viele in meiner Zeit als Ghostwriter, doch auch schon einige unter eigenem Namen. Außerdem schreibe ich regelmäßig im onlineMagazin sinnundstift darüber, wie man das Leben sinnvoller und damit bunter gestalten kann. Egal ob hier im Autorenblog oder drüben bei sinnundstift – ich freue mich sehr, wenn du dich als Abonnent*in einträgst und bei mir mitliest.
