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8 Tipps, um Zeit zum Schreiben zu finden

8 Tipps, um Zeit zum Schreiben zu finden

Kategorie: Leichter leben, leichter schreiben

Keine Zeit, keine Lust, keine Idee? Hier ist die Notrettung für Ihr Sommer-Schreibprojekt

Eigentlich wollten Sie den Sommer dafür nützen, um Ihr Sachbuch voranzubekommen. Wenn viele auf Urlaub sind und weniger zu tun ist, bleibt endlich mehr Zeit übrig fürs Schreiben. Schreiben, schreiben, schreiben. Denn sonst wird das nie etwas mit Ihrem Buch.

Und jetzt ist die halbe Ferienzeit vorbei und Sie müssen sich eingestehen: Es ist nicht wirklich viel weitergegangen. In der ersten Woche, ja, da waren Sie sehr produktiv. Doch dann war es zu heiß, Ihre Familie wollten Sie nicht schon wieder am Abend alleine lassen, und die Grilleinladung und das Open-Air-Event und die spontane Spritztour am Wochenende war allzu verlockend. Nur der Schreibtisch ist zunehmend verwaist. Dabei haben Sie sich geschworen …!

Ich habe ein paar Tipps für Sie, wie Sie Ihr Sommer-Schreibprojekt doch noch retten können. Voilà:

1. Prioritäten setzen

„Keine Zeit“ oder „Ich muss vorher noch …“ Sind das so ungefähr Ihre typischen Worte? Ha, erwischt! Ich glaube, Sie wollen eigentlich gar nicht. Wie? Doch? Nun ja. Wenn das Ausräumen des Geschirrspülers oder das Putzen des Bads vorher noch getan werden muss, dann wissen wir beide jetzt genau Bescheid, was in Ihrem Leben Priorität hat, oder?

Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Wie ernst ist es Ihnen mit dem Schreiben Ihres Buchs? Wie wichtig ist Müll raustragen? Und: Sollten Sie wirklich für Ihr Leben gern Staubwischen und aber genauso gern Ihr Buch schreiben, dann vereinbaren Sie einen Deal zwischen den zwei Seelen in Ihrer Brust: Am Vormittag schreibe ich, am Nachmittag wische ich Staub. Sie entscheiden, was Priorität hat!

2. Austricksen

„Aber morgen fange ich wirklich an. Ich schwöre!“ – Und dann sitzen Sie am nächsten Tag beim Frühstück und denken sich: Ich könnte aber auch mein Bücherregal neu ordnen. Oder: Nein, doch keine Lust.

Als ich vor vielen Jahren beschloss, endlich mehr Sport zu machen und dreimal die Woche in der Früh laufen zu gehen, hatte ich auch oft keine Lust. Also habe ich mich ausgetrickst: Am Abend vorher habe ich die Laufschuhe und die Sportsachen hergerichtet, sodass ich nur noch reinschlüpfen brauchte.  Das hat bestens geklappt.

Genauso machen Sie es mit dem Schreiben auch. Am Abend vorher denken Sie darüber nach, was genau Sie schreiben wollen. Wie könnte ungefähr der erste Satz lauten? Stellen Sie sich ganz konkret vor, was Sie tun werden und prägen Sie es sich gut ein: Nach dem Frühstück 1. Handy lautlos schalten, 2. Computer hochfahren, 3. Dokument öffnen, 4. den ersten Satz schreiben. Und schon sind Sie drin. Das Mailprogramm und alle anderen Apps lassen Sie gnadenlos geschlossen!

3. Quick and dirty schreiben

Fitzeln Sie nicht ewig an einem Satz herum. Grübeln Sie nicht lange über einen Absatz. Planen Sie nicht ausführlich, was Sie wann zu schreiben gedenken. Tun Sie einfach! Los, los, schreiben Sie!

Und zwar so schnell und unperfekt wie möglich. Verkneifen Sie sich jeglichen Gang zum Bücherregal, weil Sie etwas nachschlagen wollen. Machen Sie stattdessen an dieser Stelle im Text eine Notiz und markieren Sie sie gelb. Später, wenn Sie das gesamte Kapitel quick and dirty runtergeschrieben haben, dann erst recherchieren Sie, ergänzen Sie, feilen Sie am Text. Sie werden staunen, wie viel Sie auf diese Weise weiterbringen!

4. Ordnung im Kopf schaffen

Da setzen Sie sich vor den Bildschirm und schon wieder wissen Sie nicht, wie Sie anfangen sollen. Dabei wissen Sie doch, was im Kapitel stehen muss. Oder – so ungefähr jedenfalls. Welcome to the club. Das ist einer der Knackpunkte beim Schreiben: implizites Wissen im Kopf explizit zu machen. Denn im Kopf haben Sie um ein Vielfaches mehr, als Sie explizit in Worte fassen können.

Genau deshalb sage ich immer: erst denken, dann schreiben. Was ist Ihre Botschaft für den zu schreibenden Absatz oder das Kapitel? Welchen Nutzen sollen Ihre Leser aus dem Text ziehen? Was sind die fünf Kernaussagen des Kapitels? Womit können Sie Ihre Leserinnen und Leser zu Beginn neugierig machen?

5. Zeitfresser eliminieren

Soso. Sie haben also keine Zeit zum Schreiben, aber Sie haben Zeit, täglich stundenlang auf Facebook herumzutrödeln oder Bubblemania zu spielen? Erwischt!

Seien Sie ein bisschen strenger mit sich und reduzieren Sie Facebook aufs Nötigste – oder gönnen Sie sich bis zum Ende der Ferienzeit überhaupt ein wenig Social-Media-Detox! Und die ewig gleichen Serien im Abendfernsehen streichen Sie gleich mit.

6. Nein sagen

„Ach, Schatz, gehst du mit mir heute Abend ins Kino?“ – „Aber wir waren doch erst vorgestern!“ – „Aber heute hat dieser tolle Film Premiere!“ – „Na gut …“

Natürlich sollen Sie nicht all Ihre Liebsten vergrämen und sie völlig vernachlässigen. Doch öfter einmal Nein sagen, das ist eine gute Idee. Auch wenn Sie den Film selbst gerne sehen würden – denken Sie an Ihre Prioritäten. Was wollten Sie diesen Sommer fertigschreiben? Na eben!

7. Freunde zu Verbündeten machen

Apropos Ihre Liebsten: Wissen die eigentlich, dass Sie diesen Sommer intensiv an Ihrem Buch arbeiten wollen? Nein? Nur so ungefähr? Ach, Sie meinen, das sollten sie schon längst mitbekommen haben.

Guter Tipp: Selbst die liebsten Menschen in Ihrem Umfeld können nicht Gedanken lesen. Weihen Sie sie in Ihr Vorhaben ein und verbinden Sie das gleich mit einer Bitte: „Ich möchte mein Buch fertig bekommen und bis Anfang September so viel Zeit wie möglich dran schreiben. Bitte hilf mir, dass ich genug Zeit dafür habe, indem du …“

8. Pausen bewusst genießen

Es soll ja nicht sein, dass Sie am Ende des Sommers, wenn alle erholt aus dem Ferien zurück sind, sich blass, erschöpft und mit dunklen Ringen unter den Augen ins Büro schleppen. Auch wenn Sie intensiv am Buch schreiben wollen, brauchen Sie auch einmal Schreibpausen. Gestalten Sie die ganz bewusst und genießen Sie, was Sie tun!

 

Foto: Fotolia.de, WavebreakmediaMicro

2 Kommentare

  1. Guten Morgen liebe Daniela,

    merci für deine pfiffigen Tipps, die nicht nur fürs das Schreiben eines Sachbuches, sondern auch für Blogartikel gelten.
    Mein Lieblingstipp ist Nr. 2: das Austricksen. Abends mit dem Gedanken ins Bett gehen: „Wie lautet morgen mein erster Satz?“
    Das Wunderbare an dieser Vorgehensweise ist, dass unser Gehirn quasi über Nacht für uns schreibt …
    Ist das nicht genial? Den Rest müssen wir allerdings selbst machen …

    Viele liebe Grüße nach Wien,

    Ulrike

    • Guten Morgen, liebe Ulrike,
      vielen Dank! Ja, das Austricksen klappt tatsächlich super. Und ich bin auch ein Fan von Quick-&-Dirty. Da steht so schnell etwas auf dem Papier, so schnell kannst du gar nicht schauen. Der Rest ist dann nur noch überarbeiten 🙂
      Grüße retour in den hohen Norden!

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