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Ich habe Rücken

Ich habe Rücken

Kategorie: Ansichtssache, Ghostwriting

Des Schreibtischtäters Fluch: Rückenschmerzen. Was man dagegen tun kann.

Ich sitze am Schreibtisch, in meine Arbeit vertieft, und überarbeite ein Manuskript, das ich für meine Kundin geschrieben habe. Das Thema ist spannend, es geht um Aspekte eines neuen Lebensstils, die uns unser volles Potenzial ausschöpfen lassen. Die Finger tanzen über die Tasten, ich werkle konzentriert.

In solchen Situationen bin ich im Flow: Ich vergesse alles um mich herum, bin auf meine Arbeit konzentriert, und im Nu ist die Zeit verflogen und ich habe viel geschafft. Ich liebe das!

Und dann wird dieser glücksbringende Flow jäh durch einen Schmerz unterbrochen. Leise schleicht er sich ein und wird langsam immer stärker, sodass ich ihn erst bemerke, wenn ich schon ganz steif bin. Fies ist das! Der Nacken tut weh, wahlweise auch die Schultern und das Kreuz – oder alles zusammen. Mit dem Flow ist es schlagartig vorbei, denn dann muss ich aufstehen und mich bewegen. Mein Kopf ist zwar sehr dagegen, der will weiterarbeiten, aber mein Körper zwingt mich dazu.

Nur kurz strecken, Kopf kreisen und Nacken massieren? Ach was. Mein Körper will ein umfangreiches Programm. Mittlerweile gehören Faszienrolle, Turnmatte und Therabänder zur Standardausstattung meines Büros. Eigentlich sollte ich die von der Steuer absetzen.

Bewegen, bewegen, bewegen

Das bereitet mir seit Jahren ein wenig Kopfzerbrechen: Wie soll das weitergehen? Wie kann man Bücher schreiben, wenn der Körper sich ständig bewegen will? Man wird schließlich auch nicht jünger! Ich habe schon viel ausprobiert:

  • Ergonomie am Arbeitsplatz, sagte einst mein Orthopäde. Ist erledigt: ein auf Knopfdruck höhenverstellbarer Tisch und zwei verschiedene Stühle, damit kann ich gut arbeiten.
  • Vorbeugen, sagt meine Physiotherapeutin, und täglich am Morgen die Muskeln und Sehnen mobilisieren. Mach ich. Na gut, meistens zumindest.
  • Regelmäßig Sport treiben, sagen die vielen Foren im Internet. So wird die gesamte Muskulatur gestärkt, die die morschen Gelenke dann besser stützen können. Ich sportle vier bis fünf Mal die Woche, das sollte reichen. Macht Spaß, ist aber zeitaufwändig!
  • Den Wecker neben dem PC stündlich schrillen lassen, damit ich aufstehe und mir die Beine vertrete. Das ist schwierig, denn das bringt mich raus aus dem Gedankenfluss. Außerdem sind Wecker auf meiner Beliebtheitsskala ganz weit unten, gleich neben Kloputzen.
  • Zwischendurch immer wieder checken, ob meine Muskeln entspannt sind, lese ich in einer Zeitschrift. Auch das ist schwierig, weil ich nicht dran denke – siehe Flow-Effekt. Und mir dafür auch den Wecker stellen? Ach nein, lieber nicht!
  • Generell mehr Entspannung im Leben. Klingt verlockend. Immerhin schaffe ich es ab und zu zum Masseur oder zur Osteopathin.

Was mir auch gut hilft, ist, mir möglichst viele verschiedene Arbeitsplätze zu schaffen. Und so arbeite ich nicht nur am Schreibtisch, sondern auch auf der Couch, im Lehnsessel, am Esstisch. Im Kaffeehaus oder im Beisl. Im Gastgarten oder auf der schattigen Parkbank. Und von Zeit zu Zeit packe ich mein Notebook und besuche meine Kollegin in ihrem Homeoffice. Denn nicht nur der Körper braucht regelmäßig Bewegung, sondern auch Geist und Seele wollen Abwechslung. Steht übrigens auch in diesem Manuskript, das bald publiziert werden wird.

3 Kommentare

  1. Ja, das kenne ich gut! An jeden Punkt muss ich mich auch immer wieder erinnern. Am liebsten mag ich es den Arbeitsplatz zu verlegen – jede Abwechslung ist anregend, finde ich. Oder viel Sport an der frischen Luft – das hilft übrgens auch beim nächsten Flow länger schmerzfrei loszuschreiben. Gruß TIne

  2. es soll schreibende geben, die sich angewöhnt haben ihre texte, nicht alle, aber die meisten, auf band zu sprechen und erst später, nachdem der flow abgeklungen oder die lust an der arbeit verflogen ist, alles abschreiben (lassen). vorteil: so ein diktiergerät ist klein, leicht und kann so gut wie überall hin mitgenommen werden – vom berggipfel, über das spitalsbett bis ins hallenbad oder auf das laufband im fitnesscenter. wobei ich persönlich lieber im wald laufe. und wenn man sich das ding an den arm schnallt oder am gürtel trägt, kann man zwischendurch oder vielleicht auch mittendrin sogar rad schlagen, boxen oder, oder, oder …
    lieben gruß
    jo

    • Liebe Jo, es ist eine gute Idee, das auszuprobieren. Bei mir funktioniert das nicht gut, bei mir ist Formulieren viel zu sehr mit dem Bewegen meiner Finger verknüpft. Aber ich kenne einige, die das so machen wie du! Hoffentlich vergessen sie nicht, vor dem Köpfler ins Schwimmbad das Diktiergerät abzunehmen 😉

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