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Bücher, die geschrieben werden sollten

Bücher, die geschrieben werden sollten

Kategorie: Buchmarketing, Sachbuch und Ratgeber

Neulich streune ich so durch eine Buchhandlung, da springt mich ein Buch an: „100 Bücher, die die Welt noch braucht“.*) Das Buch ist – wie der Titel schon verspricht – eine Satire von der ersten bis zur letzten Seite, inklusive Autorenprofil und Vorwort. Klar hab ich das gekauft.

Während ich kichernd durch die verrückten Buchideen blättere (Do or Donut. Backen für Jedi Gelegenheit. Komm auf die dunkle Seite der Macht, wir haben Kekse. Höhö!), muss ich zwangsläufig sinnieren über eine Frage, die mir häufig begegnet: Welche Bücher schaffen es denn tatsächlich, gut verkauft zu werden?

Worauf es ankommt: das Publikum begeistern

Also ich finde ja, die Welt kann nie genug Bücher haben. Es kommt nur drauf an, wie gut die Idee ist, wie attraktiv man das Thema den Leserinnen und Lesern anbietet. Ja, es stimmt, dass der große Online-Buchvertreiber knapp 8.500 Titel zum Thema Motivation ausspuckt oder 65.000 Bücher zu Kommunikation. Und dennoch ist jedes dieser Bücher besonders, hat einen speziellen Zugang, eine besonders interessante Sichtweise oder behandelt einen besonderen Teilaspekt.

Der Stoff, aus dem gute Bücher sind, besteht zu einem wesentlichen Teil darin, dass man das Thema „richtig“ aufbereitet, und das heißt: Das Publikum muss es hinreißend, hilfreich, spannend finden. Darauf läuft es hinaus. Nicht weiter überraschend eigentlich, und doch erlebe ich es immer wieder, dass Autorinnen und Autoren ungeduldig werden, wenn ich länger als erwartet am Konzept arbeiten möchte. Wenn ich noch immer Fragen habe, obwohl doch „eh schon alles klar ist“.

Wie macht man aus einem Thema eine gute Buchidee?

Jedenfalls reicht es nicht, einfach nur runterzuschreiben, was man weiß. Das kann ziemlich ins Auge gehen. Denn im Buchladen setzen sich solche Bücher durch, die das gewisse Etwas haben. Die Zutaten: Authentizität, ein rasch erkennbarer Lesernutzen, klare Aussagen und eine eindeutige Abgrenzung zur Konkurrenz.

  • Wofür genau stehe ich? Wie stehe ich zum Thema? Was macht meine Betrachtung so besonders interessant? Wenn Sie das in wenigen Sätzen ausdrücken können, sind Sie bereit für die zweite Runde.
  • Wer ist ganz konkret mein Publikum? Was von den Inhalten würden sie attraktiv finden? Welche Erkenntnisse sollen sie gewinnen?
  • Was sind die fünf Kernaussagen des Buchs?
  • Und last but not least: Was wurde darüber schon geschrieben – und wie hebt sich mein Buch von den anderen eindeutig ab?

Die Antworten sind übrigens Teil des Exposés, das man für die Verlagssuche braucht. Doch ich empfehle auch Selfpublishern, ein Exposé zu erarbeiten. Denn nur dann ist man optimal gerüstet für die Schreibarbeit.

*) Biller/Bremermann/Voigts: 100 Bücher, die die Welt noch braucht. Goldmann 2014

11 Kommentare

  1. Liebe Daniela, danke für die Tipps. Wieder was gelernt! „100 Bücher, die die Welt noch braucht“ wird natürlich umgehend bestellt. 🙂

    • Viel Spaß damit! Ich finde die eine oder andere Idee ja eigentlich gar nicht so blöd

  2. Danke für diesen hilfreichen Artikel. Ohne diese Fragen für sich geklärt zu haben sollte man nicht anfangen und die richtigen Antworten auf die Fragen helfen ganz sicherlich dabei, das Buch nicht „am Markt“ vorbei zu schreiben.

    • So ist es, Andrea. Und es gibt noch einige andere Fragen, die wichtig auch sind. Ein Exposé schreibt man schließlich nicht nur für den Verlag.

    • Sehe ich genauso! Ein Exposé macht jedem Autor vorab klar, was er schreiben möchte und vor allem für wen. Nicht umsonst sollte die klar umrissene Zielgruppe in jedem guten Exposé enthalten sein.
      Und auch wenn man das Exposé an keinen Verlag schickt, sondern „self published“: Ein Exposé gehört geschrieben, finde ich.

  3. Super Informationen, vielen Dank! Heike

    • Gerne! Ich freue mich, wenn sie helfen.

  4. Insbesondere den zweiten Punkt – die Vorab-Auseinandersetzung und Erwartungshaltung mit dem Publikum empfinde ich bei gigantischen Flut an Büchern (selbst zu relativ kleinen Themen) als besonders wichtig.

    Im Web sind neue Beiträge oft nach Stunden bereits tief „in der Timeline“ verschwunden, nur wenige schaffen es zu „Dauerbrenner“. Was zur dauerhaften Attraktivität gehört, sollte auch bei der Planung eines Buches im Hinterkopf bleiben – damit das Buch noch in ein paar Jahren in den Regalen zu finden ist oder ggf. via Neuauflage(n) erweitert und aktualisiert werden kann …

    • Sehr richtig, Frank. Viele Autor/-innen machen den Fehler und schreiben das, was aus ihrer Sicht wichtig ist. Richtig gut wird’s aber erst, wenn man die Leser dort abholt, wo sie sind.

      Nicht vergessen darf man aber auch Punkt 4: Auch ein Buch hat einen USP, den es herauszuholen gilt!

  5. „Ungeduldige“ Autoren werden auf dem heißumkämpften Büchermarkt nicht lange bestehen.

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