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Schenken Sie sich selbst eine Liebeserklärung

Schenken Sie sich selbst eine Liebeserklärung

Kategorie: Ansichtssache

In den letzten Wochen wurden zwei Themen an meinen Social-Media-Strand gespült, die erst auf den zweiten Blick zusammenhängen. Und sie passen zu Weihnachten, dem Fest der Liebe.

Selbstliebe. Seit Jahren bin ich mit Hilde Fehr vernetzt, die sich seit Längerem mit dem Thema Selbstliebe beschäftigt und auch ein Buch darüber geschrieben hat. Auf Facebook hat sie vor Kurzem zur Diskussion gestellt: Ist Selbstliebe legitim? Oder eher egoistisch, gar narzisstisch? Offenbar gehen viele Menschen davon aus, dass Selbstliebe entweder pfui ist oder zumindest entbehrlich, weil sie niemandem nützt, außer einem selbst.

Dabei ist sie doch die Basis dafür, dass wir auch andere lieben können. Sie ist eine Notwendigkeit für ein friedliches Zusammenleben. Wenn ich mich so akzeptiere und mag, wie ich bin, dann muss ich niemanden abwerten, weder mich selbst noch andere. Ich kann gut auf mich schauen und dafür sorgen, dass ich gesund und fit bleibe – eine Voraussetzung dafür, dass ich für andere da sein kann, wenn sie mich brauchen. Von wegen Egoismus.

Gerade in der Vorweihnachtszeit klagen viele über die Dichte an Terminen und Projekten, weil alles unbedingt heuer noch erledigt werden soll. Sie sind zunehmend ausgelaugt. Wie soll man da noch besonders rücksichtsvoll sein und auf die Wünsche anderer eingehen, wenn man die eigenen Bedürfnisse ignoriert? Ein bisschen Selbstliebe wäre da schon hilfreich, finde ich.

Authentizität. Jede Rücksicht auf die eigenen Stärken und Schwächen ist eine Liebeserklärung an sich selbst. Muss ich wirklich auf jede Weihnachtsfeier gehen, zu der ich eingeladen bin? Nun, wer Partytiger ist, hat bestimmt Freude daran. Wer den Trubel aber nicht mag, sehnt sich ab Mitte November das Ende der Weihnachtszeit herbei oder würde Weihnachten am liebsten sowieso ganz abschaffen. Schade um die Lebenszeit, nicht wahr? Doch um die eigenen Neigungen genau zu kennen, muss man schon ein wenig in sich hineinhorchen. Und dann auch entsprechend handeln. Wem der ganze Kitsch schnell einmal zu viel wird, der findet bestimmt glitzerfreie Zonen, wenn er ein bisschen sucht. Wer keinen Spaß am Trubel hat, muss für Ruheoasen sorgen, um sich zurückziehen und auftanken zu können.

Im Blog von Christa Goede läuft seit einiger Zeit eine Interviewserie zum Thema Authentizität (auch ich wurde interviewt). Sofern es eine Quintessenz aus all den Interviews gibt, dann ist es wohl die: Tu das, was und wie es am besten zu dir passt, dann bist du erfolgreich. Ich bin überzeugt davon, dass man seinen Kundinnen und Kunden nur dann einen wirklich wertvollen Dienst erweist, wenn man nicht nur die eigenen Talente, sondern vor allem auch Grenzen gut kennt. Denn was nützt es einem Kunden, wenn man seinen Auftrag übernimmt, ihn aber dann nicht gut erledigt, weil man sich im Jahresendspurt zu viel zugemutet hat?

Übrigens nützt es auch niemandem, wenn man eine Arbeit übernimmt, die einem nicht liegt. Also: Versprechen Sie nicht, für die Weihnachtsfete im Büro die Kekse zu backen, wenn Sie noch nie Spaß daran hatten. Verzaubern Sie die anderen lieber mit Ihrer Kreativität und arrangieren Sie den Tischschmuck. Oder seien Sie der DJ. Hauptsache, Sie tun das, was Sie gut können. Ich weiß, es ist einfacher geschrieben als getan, aber: Würden sich alle daran halten, dann hätten alle etwas davon.

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