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Ein Urlaubssouvenir für Sie

Ein Urlaubssouvenir für Sie

Kategorie: Ansichtssache

Gestern war mein erster Arbeitstag nach den Ferien. Wie jede brave Urlauberin habe auch ich überlegt, was ich den lieben Daheimgebliebenen mitbringen könnte. Ich habe auch etwas für Sie mitgebracht: Dieses Souvenir ist mir förmlich vor die Füße gelaufen, und zwar bei einem Spaziergang in Burlington im schönen Vermont. „Stop texting and look up“ stand da auf dem Gehsteig vor der Kreuzung. Klar, diese Aufforderung ist wohl notwendig angesichts der vielen Menschen, die ständig auf ihrem Smartphone herumtippeln müssen, sogar wenn sie über die Straße gehen.

Ich, die ich ja niemals nie nicht zu viel mit meinem Smartphone beschäftigt bin (nein, aber wirklich gar nie!! :-)), hatte jedoch beim Lesen dieser Asphaltbotschaft einen ganz anderen Gedanken: Hör doch mal auf zu schreiben bzw. zu arbeiten. Heb deinen Kopf und schau dir zwischendurch auch mal das Leben an. Genial, dachte ich. Wie philosophisch! Sofort musste ich an die vielen Schreiberinnen und Schreiber denken, die gerade daheim vor den Computern in ihre Texte vertieft waren, während das Leben in seiner Buntheit, in seiner Abenteuerlichkeit und Schönheit draußen vor der Bürotür vorbeizog.

Ich blickte auf die herbstlich schillernden Alleebäume um mich herum, auf die hübschen Häuser mit ihren einladenden Veranden und auf den Lake Champlain weiter vorne, auf dem die Sonnenstrahlen fröhlich tanzten. In zwei Wochen würde auch ich wieder vor meinem Bildschirm sitzen. Und ich nahm mir fest vor, mir dieses Foto auszudrucken und gut sichtbar aufzuhängen, damit ich nicht drauf vergesse: Arbeiten ist wichtig, aber so wichtig auch wieder nicht, dass man nicht täglich, ja stündlich auch ein bisschen die Zeit anhält und sich der Vielfalt jenseits der Schreibprojekte erfreut.

Vielleicht ist das nun überhaupt nichts Besonderes für Sie, weil Sie das ohnehin dauernd tun. Vielleicht aber gibt es ein paar unter Ihnen, die gerade mit dem Kopf genickt haben. Die nach ihrem Sommerurlaub so schnell wieder vom Alltag verschluckt worden sind und feststellen, dass ihre Batterien schon wieder halb leer sind. Oder die vor lauter Arbeitseifer der Partnerin, dem Partner oder dem Kind das Gespräch verweigern, weil sie ja noch 148.713 Mails checken müssen. Pearl S. Buck soll gesagt haben: „Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.“ Klingt doch plausibel. Ein Blick aus dem Fenster könnte also durchaus schon reichen!

Ein weiterer Blogbeitrag zum Thema: Ein Quäntchen Urlaub jeden Tag

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