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Bücher auf Reisen

Bücher auf Reisen

Kategorie: Ansichtssache

Ich weiß, alle eBookianer werden mit den Augen rollen. Aber ich liebe nun mal Bücher aus Papier. Erst recht im Urlaub.

Wenn ich auf Reisen gehe, ist eine Frage zentral: Welche Bücher nehme ich mit? Nachdem ich privat eine eBook-Verweigerin bin, ist diese Frage zudem schwergewichtig. Je nach Länge des Urlaubs braucht es allein für die Bücher fast ein eigenes Gepäckstück. Ich packe das Buch, das ich gerade lese, und zwei oder drei neue – nein sicherheitshalber lieber vier oder fünf. Woher soll man denn jetzt schon wissen, worauf man Lust hat? Das Ganze dann mal zwei, denn ich bin ja nicht die einzige Leseratte im Haushalt.

Bei unserem letzten Urlaub im Oktober, eine Woche in der wunderschönen Landhofmühle im Südburgenland, hatten wir jedenfalls zehn Bücher im Gepäck. Für sechs Tage. Also 1,7 Bücher pro Tag. Als würde man das jemals bewältigen können, wo man doch auch die romantische Gegend bewundern möchte. Schon allein für das sensationelle Frühstück  geht der ganze Vormittag drauf. Und außerdem: „Ich bin hier, um nichts vor zu haben“, steht auf dem Bettüberwurf. Genau. Ein Buch zu lesen ist auch ein Vorhaben. Man möchte ja zwischendurch die Seele baumeln lassen, ganz ohne Buch.

Dabei wäre der Urlaubsbücherstapel gar nicht nötig gewesen, denn, wie ich schnell feststellte, wir waren in einem Bibliotel gelandet! Bibliotels sind „Unterkünfte mit speziellem Literaturangebot“, steht im Pressetext des Erdenkers Sebastian Mettler. Will heißen, dass es weit mehr gibt als nur ein Bücherregal im Foyer, das den lesefreudigen Reisenden gefallen könnte.

Ein Bücherregal in jedem Zimmer. Eine Leselotte, damit man im Bett nicht den schweren Schinken stemmen muss. Ein hübscher Schreibtisch. Ein Schatzkistchen mit einer Postkarten-Geschichte oder einer Zeitschrift „für die gemütliche Lesestunde“. Kuschelige Leseecken. Hätte ich mich vorher schon informiert, hätte ich mir Bücher meiner Wahl bestellen können, und das Hotel hätte sie für mich aus der Bücherei rechtzeitig besorgt. Und, was ich besonders umsichtig fand: Man konnte sich bei der Gastgeberin eine Lesebrille ausborgen.

Ich war im Schlaraffenland! Künftig werde ich besser darauf achten, ob die Pension oder das Hotel meiner Wahl spezielle Angebote für Leseratten hat. Oder noch besser: Ich such ganz gezielt nach einem Bibliotel. Oder wir fahren nächstes Jahr gleich wieder in die Landhofmühle. Ohne dem Bücherregal im Kofferraum!

4 Kommentare

  1. Das macht richtig Gusto auf einen Urlaub in einem „Bibliotel“ (die Landhofmühle ist notiert)! Allein die Tatsache,dass dort Bücher eine zentrale Rolle spielen, muss das Leserinnen-Herz höher schlagen lassen.Und die Aussicht auf ein Leseabenteuer ohne eigene Bücher im Gepäck finde ich richtig prickelnd.

  2. 🙂 Eine Reise ohne Bücher ist für mich tatsächlich auch ein Abenteuer. Ein Thriller!

  3. Urlaub ohne Buch: NEIN ! Geht gar nicht. Die Urlaubserinnerungen sind ja auch immer mit den Urlaubsbüchern verwebt. Und der Urlaub beginnt bei der Buchhändlerin meines Vertrauens.

  4. Das war sicher eine gute Idee von der Landhofmühle. Aber im Urlaub hat man schon andere Ziele. Für Schlechtwetter sollte man aber immer planen und da sind Bücher ideal.

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