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Mister B.

Mister B.

Kategorie: Ansichtssache

Tiere im Büro, so heißt eine Blog-Parade, zu der meine liebe Kollegin Heide Liebmann kürzlich aufgerufen hat. Nun. Ich hab keine Tiere, also zumindest keine Hunde, keine Katzen, auch keine Wellensittiche oder Schildkröten. Bestenfalls ein paar Staubmilben hinter den Büchern im Regal. Und zu denen hab ich – ich hoffe, Sie verstehen das – keine wirklich persönliche Beziehung aufgebaut. Bisher jedenfalls. Oder fast nicht. Also, wenn ich es mir genau überlege: Doch. In Form einer Stauballergie. 

Doch ich bin sicher, Heide hat nicht solche Tierchen gemeint, die bei mir unangenehmen Niesreiz auslösen. Sondern Tierchen, die mir gut tun. Die meinen Arbeitsalltag bereichern. Und so habe ich mir gedacht, ich kann ja doch etwas dazu schreiben. 

Denn ich hab einen ganz speziellen Arbeitskollegen an meiner Seite. Er ist nicht allzu groß und nicht einmal dick, obwohl er ziemlich gefräßig ist. Und er ist eher so der introvertierte Typ: Redet nicht viel, steht mir nicht im Weg herum, lässt mich in Ruhe arbeiten. Nur ab und zu, wenn es ganz still ist im Büro, höre ich ihn ganz leise vor sich hin knacken. 

Mister B., so nenne ich ihn, ist zwar unauffällig. Trotzdem hilft er mir enorm. Während ich arbeite, sitzt er gern auf meiner linken Schulter und knackt mir ins Ohr: Hey, was du gerade schreibst, hab ich so noch nie gelesen, super! Oder bei einer Kundin, die Autorenberatung braucht: Daniela, das Buch, das sie schreiben will, kann ich mir am Markt gut vorstellen!

Ich höre ihm gerne zu. Denn Mister B. ist ziemlich klug. Liegt wohl daran, dass er sich Zeit seines Lebens durch Bücher gefressen hat und daher sehr belesen ist. Ziemlich sicher habe ich ihm meine Karriere zu verdanken. Wer kann das schon von seinem Bürotier behaupten?

 

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