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The Ghost Writes Again

The Ghost Writes Again

Kategorie: Ghostwriting

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne, sagt man. Bei mir wohnt am Anfang eher das Chaos. Über eine der ganz besonderen Phasen im Schreibprozess.

Ich sitze vor dem leeren Bildschirm und soll das erste Kapitel eines Buchs schreiben. Das Transkript vom ersten Interview neben der Tastatur, versehen mit Randnotizen und Markierungen. Seminarunterlagen liegen am Besprechungstisch. Mitschriften, Notizzettel, der Versuch eines roten Fadens für das Kapitel auf einem A3-Blatt am Parkettboden. Skizzen am Flipchart … und Chaos im Kopf. Das ist seltsam, denn eigentlich weiß ich doch, worüber ich zu schreiben habe!

Mein Kunde und ich haben in den letzten zwei Monaten aus seiner Buchidee ein markttaugliches Konzept gemacht. Wir haben die Idee gedreht und geschüttelt, haben sie in Grün, Blau, Rosa ausprobiert und uns schließlich für Orange entschieden. Wir haben eine knackige Gliederung gefunden und dem Ganzen ein duftiges Häubchen aufgesetzt, damit der Verlag es gut sehen kann. Ein Verlag hat schon großes Interesse gezeigt. Und ich habe jede Menge gutes Material! Also wo, bitte schön, bleibt der erste Satz?

Die Diagnose ist klar: Am Anfang sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ich habe viele Informationen, ich durfte sogar ein Seminar meines Kunden besuchen, um das viele Wissen auch auszuprobieren und umzusetzen. Und doch streiche ich um dieses Wissen herum wie die Katze um den heißen Brei. Ich werde unzufrieden, dann ungeduldig, dann grantig. Und kurz, bevor ich wutschnaufend den Krempel ins Eck schleudern will, kommt auf ganz unschuldigen Sohlen ein erster Satz daher.

Plötzlich ist er da, der Zauber des Anfangs. Dem ersten Satz folgen weitere. Die erste Manuskriptseite füllt sich. Das Thema bekommt Farbe und setzt sich mit einem breiten Grinsen auf meine Tastatur. Und ich grinse zurück. Hätten wir es also wieder einmal geschafft, einen schönen Anfang zu finden!

Sie wollen wissen, an welchem Buch mein Kunde und ich gerade arbeiten? Das verrate ich Ihnen nicht. Noch nicht! 😉

8 Kommentare

  1. Schöner kann man die Suche nach dem ersten Satz einfach nicht in Worte fassen.

    • Oh vielen Dank, Doreen, für dein schönes Feedback! Noch dazu von einer, die selbst Schreibprofi ist. 🙂

  2. bin neugierig, will unbedingt wissen, wie es weiter geht

    • Liebe Barbara, ja, das wirst du bald erfahren. Sobald wir einen Verlagsvertrag in der Tasche haben! 🙂

  3. Liebe Frau Pucher,

    ja, der Anfang ist immer schwierig. Aber, jetzt ist es geschafft. Ich freue mich mit Ihnen!

    Was ich spannend finde: Sie lüften also das Geheimnis, stellen den Bezug zwischen Ihnen und dem Buch her? Sie bleiben also kein unsichtbarer „Geist“? Das macht Sie sehr sympathisch (und den Auftraggeber bzw. die Auftraggeberin auch).

    Ich habe Sie übrigens erst vor ein paar Wochen jemanden empfohlen. Ob das just jetzt diese Kundin ist? 🙂

    Herzlichen Gruß, Ihre Huberta Weigl

    PS: Wir sind fast Nachbarn, sind uns aber offenbar noch nie über den Weg gelaufen!?

    • Liebe Frau Weigl, ich tu das ja nur, wenn mein Kunde einverstanden ist. Denn grundsätzlich ist die Idee des Ghostwriting, dass ich im Verborgenen bleibe. In dem Fall ist mein Kunde gern bereit, sich zu bekennen. Das hat für ihn ja auch einen großen Vorteil: Indem ich für meine Leistung Werbung mache, mache ich auch für sein Buch Werbung 🙂

  4. Man sagt, jeder Anfang ist schwer und es ist die Wahrheit. Aber mit dem ersten Satz kommt man in Schwung und man hat Lust auf mehr. Als Ghostwriter kenne ich das Gefühl sehr gut. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Schreiben und ich hoffe, dasS das Buch sehr erfolgreich sein wird!

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