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Die Mini-Unternehmer

Kategorie: Ansichtssache

Sie machen uns vor, wovon viele träumen: selbstbestimmt zu leben, den Tag zeitlich flexibel zu gestalten, Ziele zu verfolgen, die einem wirklich sinnvoll erscheinen.

Was wäre unsere Welt ohne die vielen Kleinstunternehmer? Sie reparieren unsere abgetretenen Schuhe, richten unseren tropfenden Wasserhahn oder bringen unsere Haare in Form. Sie verwöhnen uns mit einer Shiatsu-Massage, lindern unsere Rückenschmerzen oder sorgen mit ihrem Fitness-Center dafür, dass wir regelmäßig Sport betreiben. Wenn wir Grippe haben, verschreiben sie uns Medikamente oder raten uns zu probaten Hausmitteln. Bei psychischen Problemen helfen sie uns, die Welt wieder ein bisschen rosiger sehen zu können. Und wenn wir unser Erspartes nicht länger am Sparbuch dahintümpeln lassen wollen, helfen sie uns, die richtige Anlageform zu finden.

Dann gibt es noch die vielen Mini-Unternehmer, die wir als Letztverbraucher gar nicht so sehr wahrnehmen. Ein ganzes Heer an Spezialisten stellt ihr Knowhow in die Dienste von anderen Unternehmen – als Selbständige, versteht sich! Vom Bauprojekt-Manager bis zum IT-Consultant, vom Führungskräfte-Coach bis zum Werbetexter reicht die Palette.

Geschäftsideen gibt es unzählige. Und zum Glück gibt es immer mehr, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen, um ihre Ideen auch umsetzen zu können. Manche mag vielleicht die Arbeitslosigkeit zu diesem Schritt drängen – die meisten jedoch haben es sich aus freien Stücken so ausgesucht, nach dem Motto: Wenn ich schon arbeite, dann wenigstens für mein eigenes Unternehmen.

Ich denke, die große Zahl der Mini-Unternehmen ist Ausdruck unserer gesellschaftlichen Werte. Wir wollen nicht bis nach Dienstschluss warten, um glücklich zu sein. Wir wollen, dass uns auch der sogenannte »Ernst des Lebens« glücklich macht! Wir träumen nicht nur davon, das Hobby zum Beruf zu machen, wir wollen diesen Traum auch umsetzen. Denn nicht nur an unserer Freizeit wollen wir unsere Freiheit ermessen, sondern auch an unserer Arbeit.

Tu das, was du wirklich, wirklich willst!

Frithjof Bergmann, ein deutsch-österreichischer Philosoph, spricht davon, dass wir »tun sollen, was wir wirklich, wirklich wollen«. Das hört sich gut an, und doch ist auf dem Weg dahin noch viel zu tun. Denn um zu tun, was wir wirklich wollen, müssen wir erst einmal herausfinden, was wir wirklich wollen!

Die für uns »richtige« Tätigkeit erkennen wir daran, dass sie uns nicht anstrengt, dass wir sie wirklich gerne machen und Sinn darin finden. Für viele ist das gar nicht so einfach zu definieren. Denn auf dem Weg zum erfüllenden Beruf gilt es, einige Glaubenssätze zu überwinden und so manchen materiellen Verlockungen zu widerstehen: Wer der Ansicht ist, dass nur die Arbeit gut ist, die einem schwerfällt, wird die Leichtigkeit des Lebens auch weiterhin vermissen müssen. Und wer den Wert einer Aufgabe nur nach ihrer Bezahlung ermisst, kann sich eines Tages in einer Sackgasse wiederfinden.

Was nicht heißt, dass man die finanzielle Seite außer Acht lassen sollte. Denn verhungern wollen wir schließlich alle nicht. Trotzdem ist es gut und wichtig, den eigenen Stärken auf den Grund zu gehen. Leicht fällt uns jene Arbeit, bei der wir unsere Stärken und Talente einsetzen können, daher wäre wohl eine regelmäßige Nabelschau angebracht: Was kann ich denn eigentlich wirklich gut? Schlummern da am Ende gar Talente in mir, von denen ich gar nichts weiß?

»Und, was tu ich dann, wenn ich’s weiß?« werde ich dann gefragt. Ausprobieren, ist die einzig richtige Antwort. Sie müssen sich ja nicht gleich selbständig machen. Zum Beispiel ein Hobby draus machen. Und Sie wären bestimmt nicht der Erste, der sein Hobby zum (Neben-)Beruf gemacht hätte!

Herzlichst,
Ihre Daniela Pucher

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