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Kreativität, Teil 2

Kategorie: Ansichtssache

Worüber reden wir eigentlich?

Keine Angst, ich belästige Sie nicht mit langweiligen Definitionen (da lesen Sie lieber woanders nach ;-)). Meine Absicht ist vielmehr, Sie dazu anzuregen, über Ihre eigene Kreativität nachzudenken und sie bewusster wahrzunehmen. Und dafür ist es notwendig zu wissen, wie Sie zu dem Thema stehen können. Ich habe für Sie zunächst ein paar Erkenntnisse aus der Kreativitätsforschung zusammengetragen.

Also: Nehmen Sie Platz, schnallen Sie sich nicht an – und tauchen Sie ein in eine Welt der Buntheit, Weisheit und Lebensfreude!

Kreativität im Alltag

Das Wichtigste zuerst: Kreativität ist keine Domäne der Kunst oder der Wissenschaft. Wovon wir hier sprechen ist alltagstauglich. Es geht um jene Kreativität, die wir brauchen, um Berufs-, Alltags- und Lebensprobleme zu lösen. Dabei muss auch nicht unbedingt etwas Neues, noch nie da Gewesenes geschaffen werden, wie manche glauben mögen.

Es ist doch schon mehr als kreativ, einen guten Weg aus einer misslichen Situation herauszufinden – wie Sie es zum Beispiel im Coaching tun! Auch so alltägliche Banalitäten wie das bessere Organisieren Ihres Posteingangs-Korbes erfordert Einfallsreichtum. Oder das Finden einer Eselsbrücke, damit Sie sich endlich einmal Ihren Hochzeitstag merken J.

Intelligenz und Kreativität

Die beiden hängen kaum miteinander zusammen, ist das nicht schön? Wer kreativ ist, muss nicht intelligent sein – und umgekehrt. Man unterscheidet diese beiden Begriffe auch gern so: Intelligentes Denken zielt auf eine logisch ableitbare, richtige Lösung ab. Beim kreativen Denken hingegen geht es darum, möglichst viele, scheinbar irrationale Lösungen zu finden (den Bezug zur Machbarkeit herzustellen ist dann erst ein späterer Schritt).

Wissen und Kreativität

Auch ein großes Wissen lässt nicht unbedingt auf Kreativität schließen. Es ist vielleicht notwendig, aber keinesfalls hinreichend. Einig sind sich die Forscher jedoch noch nicht so ganz. Worauf es jedoch offenbar tatsächlich ankommt, ist die Flexibilität, mit der wir in der Lage sind, unseren Wissensvorrat zu nutzen. Ebenso wichtig für kreatives Denken dürfte die Fähigkeit sein, Wissen von scheinbar unzusammenhängenden Bereichen miteinander verknüpfen zu können. Aber wie gesagt: Die Herrschaften studieren noch.

Die „richtigen“ Eigenschaften?

Ein weiterer Forschungsversuch mit ungewisser Verlässlichkeit: Gibt es sie wirklich, die richtigen Persönlichkeitsmerkmale? Nun, das scheint gar ein wenig einfach zu sein. Außerdem ist das offenbar ein Widerspruch zu der Tatsache, dass jeder Mensch – auch ohne diese Eigenschaften – in einem bestimmten Ausmaß kreativ ist.

Andererseits könnte man diese Persönlichkeitstheorie auch als eine hilfreiche Orientierung oder Ergänzung betrachten. Schauen wir einmal, zu welchen Ergebnissen die Forscher gekommen sind. Da wären einmal:

  • Unabhängigkeit und Unkonventionalität,

  • Ichstärke und

  • Risikobereitschaft

als wesentlichste Merkmale. Darüber hinaus sind kreative Menschen überdurchschnittlich neugierig, motiviert, vielseitig interessiert, flexibel und spontan und haben einen assoziativen und impulsiven Denkstil.

Nun, wenn Sie sich in dieser Idealbeschreibung nicht ganz finden sollten, lassen Sie sich nicht entmutigen! Es ist ja doch nur eine etwas wackelige Theorie. In dem Fall vergessen Sie’s einfach ganz schnell wieder und lassen Sie sich lieber von diesem Satz leiten:

»Er wusste nicht, dass er es nicht konnte. Also tat er es.«

Oder: Zu viel Wissen macht nur Kopfweh. Schicken Sie Ihren inneren Kritiker einmal eine Weile auf Urlaub (das ist der, der Ihre neuen Ideen schon von vornherein zunichte macht, weil sie nicht perfekt, vernünftig oder sonst was sind). Und lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf!

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